Jahr für Jahr steigt die Zahl der Wildunfälle in der dunklen Jahreszeit. Schon der Monat Oktober ist hessenweit immer wieder der Beginn der herbstlichen Unfallsaison. 17.900 Zusammenstöße mit Wild, bei denen es zu 25 Millionen Euro Sachschaden und 4 Toten kam gab es laut dem Innenministerium im letzten Oktober. Für den Vorsitzenden des Alsfelder Jagdvereins Mario Döweling sind diese Zahlen einfach zu erklären: „Das Wild ist im Herbst teilweise schon nachmittags verstärkt aktiv. Zum einen werden Rehe und Wildschweine durch die Maisernte aufgescheucht, zum anderen beginnt Ende Oktober die herbstliche Drückjagdsaison. Deshalb sollten die Autofahrer vor allem in Wald Nähe aber auch in den Feldbereichen vorausschauend fahren und auch am Tag mit Wild auf der Straße rechnen“, so Döweling.

 

Hinzu komme dies Jahr noch die punktuell auftretende starke „Eichelmast“, also das reichliche Angebot an den Baumfrüchten. „Dadurch stehen die Rehe und auch die Wildschweine manchmal schon tagsüber, aber vor allem nachts in den Straßengräben, wo Eichen am Straßenrand stehen“, so Mario Döweling weiter. Vor allem jüngere, unerfahrene Tiere ließen bei der Nahrungsaufnahme häufig die Vorsicht gegenüber dem Straßenverkehr vermissen. „Es gilt hier immer das Unerwartete zu erwarten- deshalb runter vom Gas und immer auf weitere Tiere achten. Wo ein Reh oder Wildschwein ist sind häufig noch mehr“, so der Jägervorsitzende. Auch die Warnschilder, die vor allem in den Waldgebieten bei Drückjagden aufgestellt werden, sollten unbedingt ernst genommen werden. „Hier ist nicht nur mit Wild, sondern eventuell auch mit Jagdhunden zu rechnen, die die Straße kreuzen“ warnt der Förster und stellvertretende Vorsitzende des Jagdvereins Arno Eifert. Grundsätzlich sei zwar eine Kollision zu vermeiden, aber wenn diese drohe sollte man nicht versuchen, ein Ausweichmanöver zu starten. „Gerade bei laubbedeckter Fahrbahn kann dies schlimme Folgen haben“, so Eifert. Wenn die Kollision droht, das Lenkrad mit beiden Händen festhalten und langsam herunter bremsen, sofern dies nicht durch das Antiblockiersystems des Fahrzeugs erfolge.

Nach einem Wildunfall sollte die Unfallstelle abgesichert werden, danach am besten die Polizei verständigen, diese verständigt den zuständigen Jagdaufseher und kann bei Bedarf auch ein verletztes Tier erlegen und die Wildunfallbescheinigung für die Versicherung erstellen, wenn dieser nicht erreichbar ist. Eifert weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass es verboten ist, verunfalltes Wild mitzunehmen, dies werde der Wilderei gleich gestellt! „Den qualitativ hochwertigeren Wildbraten bekommen sie besser beim Jäger oder Förster vor Ort“, so Eifert abschließend.