Der Herbst und der beginnende Winter sind die Zeit der jagdlichen Ernte: Reh-, Hirsch- und Wildschweinfleisch, Feldhasen und Wildenten  kommen aus heimischer Wildbahn frisch auf den Tisch. Der qualitäts- und preisbewusste Verbraucher kann sein Wildfleisch noch direkt beim „Erzeuger“, sprich beim Jäger und Förster in der Nachbarschaft, kaufen. Dort erhält er obendrein gratis Tipps, wie er das Wild besonders lecker zubereitet.

 

Wildfleisch, vom Jäger Wildbret genannt, enthält durchweg weniger Fett als das Fleisch von Haustieren, aber viele Mineralstoffe und Vitamine, denn die freilebenden Tiere sind bei der Nahrungsaufnahme sehr wählerisch Das Wildbret des Feldhasen enthält mehr Omega 3 -Fettsäuren als Fisch!. Nur die würzigen Kräuter und zartesten Knospen sind beispielsweise Reh und Hase gerade gut genug. Wildtiere leben von dem, was die Natur ihnen bietet.

Importiertes Wildfleisch, das in Supermärkten meist tiefgefroren angeboten wird, kann dagegen aus regelrechter „Massentierhaltung“ stammen. Vor allem in Neuseeland, Australien und Südamerika werden auf so genannten Wildfarmen Hirsche und Wildschweine in großer Zahl für den Export nach Europa gemästet. Das Fleisch dieser Tiere ist meist fettreicher und geschmacklich nicht mit heimischem Wildfleisch zu vergleichen.

Über 7000 Rehe, 5000 Wildschweine und rund 300 Hirsche und Hirschkühe sind im Jagdjahr 2012  im Vogelsbergkreis neben weiteren Wildarten zur Strecke gekommen. Fast  200  Tonnen Wildfleisch lieferten die  Vogelsberger Jagdreviere an den Wildhandel, Gastronomie und direkt an den Endverbraucher. Der jährliche Pro-Kopf-Verzehr von liegt im Vogelsberg dennoch  nur bei  etwa  0,7 Kilogramm Wildbret.

Der Vorsitzende des Jagdvereins Alsfeld Mario Döweling, klärt auf: „die Zeit des „Haut gout“, des fast schon anrüchigen Wildgeruchs, ist lange vorüber. Strenge fleischhygienische Vorschriften sorgen dafür, dass unser heimisches Wild gleich nach der Erlegung ausgenommen und alsbald gut gekühlt wird. Portioniertes Wildfleisch wird zudem durch Tiefgefrieren zart und mürbe. Es muss deshalb vor der Zubereitung nicht unbedingt in eine Buttermilch- oder Essigbeize gelegt werden. Das fettarme Wildfleisch eignet sich besonders gut zur Vorratshaltung, weil es bis zu einem Jahr tiefgefroren aufbewahrt werden kann“.

Die Zubereitung von kulinarischen Köstlichkeiten wie Rehrücken, Hirschmedaillons, Wildschweinsteaks, Hasenkeule und Fasan im Speckmantel ist kein Buch mit sieben Siegeln. Wer am heimischen Herd gerne Rind- und Schweinefleisch zubereitet, bringt auch problemlos einen wohlschmeckenden Wildbraten auf den Tisch. Und jeder Grünrock, der Wildfleisch verkauft, gibt gern das Rezept seines Wild-Leibgerichts preis. Eine besondere Spezialität stellen magere Wildschinken sowie Würste und Pasteten aus Wildfleisch dar, die jeder Hobbykoch selbst zubereiten kann (notfalls hilft auch mal der Metzgermeister weiter). Die heimische Gastronomie wartet mit einem reichhaltigen Angebot an Wildspezialitäten aus Vogelsbergrevieren auf.

Die im Herbst stattfindenden  „Vogelsberger Wildwochen“ und die Weihnachtszeit bieten gute Möglichkeiten für einen Qualitätstest und wahre Gaumenfreuden. Döwelings Stellvertreter, Förster Arno Eifert weist daraufhin, das heimisches Wild ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel ist. „Man kann unser Wildbret vorbehaltlos genießen, ohne Vorurteile. Sie können bedenkenlos „wild auf Wild“ sein. Wir jagen verantwortungsbewusst und nachhaltig . Die Wildarten haben lange Schonzeiten, und die Abschusszahlen der großen Wildarten werden von den Jagdbehörden jährlich so festgesetzt, dass nur der Überschuss, den die Natur gibt, der Wildbahn entnommen wird“.