In einer Informationsveranstaltung des Jagdvereins Alsfeld im „Schäferhof“, Eudorf stellte der Präsident des Landesjagdverbandes Dr. Jürgen Ellenberger aktuelle Änderungen im Jagdrecht vor und diskutierte die neuesten jagdpolitischen Entwicklungen mit den interessierten Veranstaltungsteilnehmern. Der Vorsitzende der Alsfelder Jägerschaft Mario Döweling begrüßte den hessischen Jägerpräsidenten recht herzlich. Er freute sich, dass er mit Dr. Ellenberger, der Richter am Bundesgerichtshof ist und seinen Jagdschein beim Jungjägerkurs  in Lauterbach gemacht hat, einen so kompetenten Referenten gewinnen konnte.

 

Ellenberger führte aus, dass mit der am 6.12.2013 in kraft getretenen Neufassung des  § 6a  Bundesjagdgesetz die Befriedung  von Grundflächen aus ethischen Gründen bundeseinheitlich neu geregelt wurde. Gleichzeitig sei mit der Änderung des § 292 Strafgesetzbuch die Jagdwilderei in befriedeten Bezirken ausgeschlossen worden. Die Anordnung zur Bejagung von befriedeten Bezirken kann von Amts wegen  bei Wildschäden und Tierseuchen sowie zur Gewährleistung der Sicherheit  des Straßenverkehrs getroffen werden. Dort wo die Jagd ruht sind die Eigentümer nicht Mitglieder der Jagdgenossenschaft und bekommen keinen Wildschadenersatz. Hessenweit liegen derzeit, soweit bekannt, lediglich drei Anträge auf Befriedung vor, „da das Gesetz und die Vernunft hier hohe Maßstäbe setzen“, so der LJV- Präsident.

Der Deutsche Jagdrechtstag fordere eine differenzierte Straftatenstatistik, da  nur 0,1 % aller Straftaten mit illegalen Waffen begangen würden. Der LJV wird seine Öffentlichkeitsarbeit verstärken und eine Kommunikationsoffensive starten. „Wir wollen der Naturentfremdung entgegenwirken und dem Bürger nahe bringen, dass die Jagd ebenso unentbehrlich wie natürlich ist, betonte Ellenberger. Hessen hat im Bundesvergleich eines der „jagdfreundlichsten“ Gesetze. Wir werden jagdpolitisch „ Flagge und klare Kante“ zeigen, im Hinblick auf  unsere Forderungen bei  der neuen Regierungsbildung und Ausrichtung der künftigen Landespolitik. Der LJV- Präsident machte abschließend unmissverständlich klar,“ dass wir bei bei Herausnahme von Wildarten aus dem Jagdrecht bis zur Verfassungsklage gehen werden.“