Alsfeld - Mit scharfer Kritik hat der Jagdverein Alsfeld auf die Presseverlautbarungen der Tierrechtsorganisation PETA reagiert. "Wer sich Tierrechtsorganisation nennt und Tierleid das Wort redet kann nicht ernst genommen werden", so der Vorsitzende Mario Döweling. PETA hatte unter anderem den Biologen Josef Reichholf zitiert, der aus wildbiologischer Sicht eine Notwendigkeit der Jagd bezweifelt, da sich die Wildbestände durch Umwelteinflüsse und Krankheiten von selbst regulierten.

 

"Das heißt im Klartext, die so genannten Tierrechtler nehmen es hin, dass die Wildtiere an Krankheiten wie Tollwut und Schweinepest elendig verenden, obwohl dies bei einer vernünftigen Regulation der Bestände vermeidbar wäre", so Mario Döweling. Neben den Gefahren für Menschen und Haustiere, sowie den wirtschaftlichen Folgen, die beispielsweise ein Ausbruch der Schweinepest in der Region hätte, sei hier auf das Grundgesetz zu verweisen. "Der Tierschutz hat in Deutschland Verfassungsrang, schon deshalb sind wir angehalten, die Wildpopulationen vor Krankheitsepidemien zu schützen- eben auch durch Bestandsregulation", so der Jägervorsitzende. Die höheren Reproduktionsraten von Schwarzwild den Jägern anzulasten, anstatt den guten Rahmenbedingungen durch milde Winter und Nahrungsangebot sei zynisch und ein Schlag ins Gesicht der Landwirte, die unter den Schäden der Schwarzkittel zu leiden hätten. Auch der gerne wiederholte Traum von Wölfen und Luchsen als Wildregulatoren sei nicht zielführend. "Unsere Wälder bieten häufig gar nicht genügend Rückzugsräume für diese Großraubtiere. Der Luchs ist zwar wieder im Vogelsberg heimisch, wird aber sicher nicht die ihm zugedachte Rolle ausfüllen können", sagte Döweling.

Der stellvertretende Vorsitzende und Förster Arno Eifert verweist zudem auf die Wichtigkeit der Regulation der Wildbestände für den Waldbau. "Wir wollen einen artenreichen Wald mit einem angepassten Wildbestand, um die natürliche Verjüngung und den Umbau des Waldes zu naturnahen Mischwäldern voranzutreiben. Dieses Ziel können wir nur in Verbindung mit der Jagd erreichen", so Eifert. Wildbret und Fisch seien zudem hochwertige und biologisch erzeugte Lebensmittel, reich an Omega-3-Fettsäuren und sehr schmackhaft. Aus Sicht des Jagdvereins haben die Vogelsberger und Interessierte aus ganz Deutschland die richtige Antwort auf den Boykottaufruf von PETA gegeben: "Über 18.000 Besucher sind Beleg für die Akzeptanz und Wertschätzung, die Jäger und Angler für ihre Tätigkeit in der Bevölkerung erfahren", so der Vorsitzende.