Alsfeld - Anlässlich der inzwischen begonnenen Hauptjagdsaison in unseren Wäldern rät der Jagdverein Alsfeld zu erhöhter Aufmerksamkeit bei Waldspaziergängen. "Die sehr hohen Schwarzwildbestände machen die Durchführung von so genannten Drückjagden auf großen Flächen erforderlich, bei denen mehrere Jagdreviere beteiligt sind", so der Vorsitzende des Jagdvereins Mario Döweling. Dabei würden  auf mehreren hundert Hektar die Tiere mittels Treibern und Hunden beunruhigt und weite Waldareale großräumig abgesperrt. In der Regel werden die Waldwege dann von den Jägern mit Hinweisschildern und roten Flatterbändern markiert.

"Leider kommt es immer mal wieder vor, dass Jogger, Spaziergänger oder andere Waldnutzer sich plötzlich inmitten des Jagdbetriebes wiederfinden, weil sie unachtsam waren, oder über Seitenwege in das Treiben gelaufen sind", ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Arno Eifert. "Dann sollte man nach Möglichkeit beim nächsten Jäger stehen bleiben, oder zumindest nach der Länge der Jagd oder dem kürzesten Weg aus der Gefahrenzone fragen, denn es besteht sonst absolute Lebensgefahr", so Eifert, der selbst Förster ist. Die Jäger seien  durch ihre signalfarbene Kleidung, die bei Treib- und Drückjagden Pflicht ist, gut zu erkennen. Der Jagdverein rät Waldnutzern generell, sich im Wald möglichst in Signalfarben zu kleiden und nicht in dunklen oder gar Tarnfarben. "Zwar ist jeder Jäger für seinen Schuss verantwortlich, aber es hilft allen Beteiligten, wenn man den Jogger oder Radfahrer schon von weitem sieht", so Mario Döweling. Sorgen bereitet den Jägern im Vogelsberg zunehmend das so genannte "Geocaching", eine Art Schnitzeljagd mittels GPS-Ortung. Leider würden viele Geocacher querfeldein laufen. "Neben den Problemen die dadurch im Natur- und Artenschutz entstehen, ist vielen gar nicht klar, in welche Gefahr sie sich bringen können", so der Jägerchef.

So sei es auch kein Spaß, sich plötzlich inmitten einer Wildschweinrotte wiederzufinden, vor allem wenn man zwischen die Bache und ihre Frischlinge gerate. Neben den bis zu 150kg schweren Keilern, können auch Bachen bis zu 100kg erreichen und mit ihren Eckzähnen, die etwas kleiner als bei den männlichen Tieren sind, schwerste Verletzungen zufügen. In letzter Zeit werde auch häufig von Geocaching-Aktivitäten bei Nacht berichtet. "Da wir das Schwarzwild auch nachts, vor allem bei Vollmond bejagen müssen, bringt der Geocacher, der nachts querfeldein durch den Wald streift, sich natürlich auch durch die Jagdausübung in Lebensgefahr", sagte Döweling. Es habe hier bereits tödliche Unfälle gegeben, wo der Jäger allerdings freigesprochen wurde, da er nicht ahnen konnte, dass hinter dem Wild ein Geocacher im Gebüsch saß.

Der Jagdverein weist aus diesem Grund darauf hin, dass das Betreten des Waldes nach der Dämmerung, nach dem Hessischen Waldgesetz, nur auf befestigten Wegen gestattet ist und appelliert zudem an alle Waldnutzer, nach Möglichkeit auch bei Tage auf den Wegen zu bleiben und auf eventuelle Beschilderungen zur Jagd zu achten. "Wir wollen eine friedliche und einvernehmliche Nutzung des Waldes mit Joggern, Wanderern, Radlern, Reitern und Geocachern. Wenn jeder ein Paar Spielregeln im Wald beachtet, steht dem nichts im Wege", so der Jägervorsitzende abschließend.