Alsfeld - Dieser Tage sieht man bei Frostwetter häufig den Fuchs über Felder und Wiesen streifen, was unter anderem mit der Paarungszeit der Füchse, der so genannten „Ranzzeit“ zusammen hängt. Auch die Jäger nutzen diese Zeit um den Füchsen verstärkt nachzustellen. Zum einen bedingt durch die besseren Chancen, die die hohe Aktionsrate der Füchse für die Jagd bringt, zum anderen weil der Pelz des Fuchses, der so genannte „Balg“, nun die beste Qualität aufweist. Gegerbt kann man aus ihm Mützen, Decken oder Mäntel herstellen. „Ein echtes Naturprodukt“, so der Vorsitzende des Jagdvereins Alsfeld Mario Döweling.

 

Der Vorteil dieser Produkte sei, dass sie neben einem hohen Tragekomfort auch zu hundert Prozent biologisch abbaubar seien, anders als die häufig verwendeten Kunstfellbesätze an Jacken und Mäntelkragen, die im Grunde nichts anderes seien als Sondermüll. Der vom einheimischen Jäger erlegte Fuchs habe auch nie das Leid der Tiere aus den Pelzzuchten erfahren, so Döweling weiter. Leider sei die mittelständische Pelzproduktion durch die Anti-Pelz-Kampagnen vergangener Jahre fast zerstört worden.

„Heute müssen sie schon ein Stück fahren, um eine Gerberei zu finden die ihre Fuchsbälge verarbeitet“, so Döweling. Das der Fuchs auch weiterhin bejagt wird hat einen guten Grund. Durch seine ökologische Stellung,  er ernährt sich neben Mäusen und Kleintieren auch von Aas, überträgt er verschiedene für den Menschen gefährliche Krankheiten. Neben der Tollwut, die trotz Impfaktionen auch in Hessen immer mal wieder auftritt, ist er auch Wirt für den Kleinen Fuchsbandwurm. Dieser kann, wenn er in den menschlichen Organismus gelangt, wie ein Tumor vor allem in der Leber wirken. Deshalb sollten im Sommer und Herbst auch keine ungewaschenen Waldfrüchte und Pilze gegessen werden.

„Wir sind schon deshalb von der Unteren Jagdbehörde und der Veterinärbehörde angehalten, den Fuchs auch weiterhin engagiert zu bejagen“, so der Jägervorsitzende. Förster Arno Eifert weist daraufhin, dass der Einfluss des Fuchses auf  das Ökosystem und als Überträger von Zoonosen , das sind Krankheiten die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, unbestritten ist. „In  trockenen Jahren, mit hoher Mäusepopulation, sehen aber Land- und Fortwirte seine Rolle eher positiv.“ Der Fuchs hat keine Feinde bei uns, lediglich von Luchs und Uhu ist bekannt, dass sie gelegentlich Füchse reißen. „Die sind bei uns zwar auf dem Vormarsch, werden aber den Fuchsbestand wohl nie regulieren können, da sie in der Hauptsacher andere Beutetiere bevorzugen“, so Jägerchef Döweling abschließend.